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Der Belgische Schäferhund ist eine sehr alte Rasse, älter auch als der Deutsche Schäferhund. Schon seit dem Mittelalter werden diese arbeitsamen Hunde aus Belgien hochgeschätzt. Damals gab es unter den Typen große Unterschiede, denn die Schäfer interessierte nur die Hüteleistung. Äußerlichkeiten spielten keine Rolle. Um seine Aufgaben erfüllen zu können, muss ein solcher Hund sowieso neben Ausdauer, Gehorsam, Gelehrigkeit und Genügsamkeit gewisse Merkmale mitbringen wie mittelgroß, wendig (eher quadratisch als lang), wetterfestes Fell usw. Eine gewisse Ähnlichkeit war also schon vorgegeben. Ob die Hunde nun schwarz, falbfarben, zottig oder mittellanghaarig waren, war egal. Einzig die Arbeitsleistung zählte. Wesensmäßig musste der Schäferhund neben dem Gehorsam auch eine gewisse Selbständigkeit und Wachsamkeit (gegenüber Dieben – Wölfe und Luchse gab es schon lange nicht mehr, denn dafür wären Herdenschutzhunde gebraucht worden) mitbringen: alles Eigenschaften, die den heutigen Belgischen Schäferhund auszeichnen und weshalb er als Dienst-, Sport- und Begleithund so beliebt, weil geeignet, ist! Zum Hüten werden heute nur noch die allerwenigsten Belgischen Schäferhunde genommen. Dafür zeigen sie täglich ihre Qualitäten auch auf anderen Gebieten wie Polizei- und Militäreinsatz, Rettungshundewesen und zunehmend auch im Hundesport, besonders im Agility. Der 1. Deutsche VDH Agility-Meister 1999 ist übrigens ein Belgischer Schäferhund, genauer sogar ein Tervueren: „Orell von Güldenwerth“! Auch im Polizeidienst läuft der Belgische Schäferhund (Malinois) dem Deutschen Schäferhund langsam den Rang ab. „Schuld“ daran ist sicher nicht nur das wendigere und weniger krankheitsanfällige Gebäude (HD!) des Hundes, sondern seine außerordentliche Lernfreude und Intelligenz gepaart mit einen starken Trieb.
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Der Belgier bedarf der Aufmerksamkeit und aktiven Teilnahme seines Meisters am Geschehen und Erleben. Er ist kein Hund für Schlafmützen. Alle Belgierschläge sind für zügiges, ausdauerndes Laufen geschaffen. Das heißt, der Vierbeiner will ca. drei Stunden pro Tag im wahrsten Sinne des Wortes auf Trab gehalten werden. Lauftraining am Rad für den ausgewachsenen, gesunden Hund sollte also ins Tagesprogramm gehören. Die Lust, hinter etwas oder jemanden herzujagen, es oder ihn zu fassen und, welche Wonne!, zu beuteln, kann den jungen Belgier leicht auf Abwege führen. Gemeint ist natürlich der gefährliche ,,Sport", Fahrzeuge zu verfolgen, Jogger wie Schafe zu treiben und dienstbeflissen ins Hosenbein zu zwacken. Da man gerade den im Wachstum befindlichen Hund nicht körperlich überfordern darf, hilft da nur viel ereignisreiche Beschäftigung.
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